Am Freitag, als die CPI-Daten veröffentlicht wurden, lag die Kernrate im Monatsvergleich bei 0,3 % und übertraf die Erwartungen. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung sprang von 70 % direkt auf 90 %. Goldman Sachs änderte über Nacht seinen Bericht von „erwartet keine Veränderung“ zu „erwartet eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September“.
Die TD Bank hat ihre Einschätzung geändert, ebenso JPMorgan.
Über Nacht gab es an der Wall Street keine Tauben mehr.
Am 15. und 16. September findet das FOMC statt. Der Markt hat bereits eine Zinserhöhung von 90 % eingepreist.
Die eigentliche Bombe liegt in den Worten von Waugh.
Zuerst muss man die aktuelle Lage klar sehen.
Bitcoin ist diese Woche von über 81.000 auf 76.995 US-Dollar gefallen. Auslöser für diesen Rückgang war nicht nur der CPI – im Persischen Golf griff der Iran zwei US-Kriegsschiffe an, woraufhin die US-Streitkräfte fünf iranische Öltanker bombardierten. Brent-Rohöl durchbrach die 100-Dollar-Marke und erreichte zeitweise 109.
Steigende Ölpreise → steigende Inflationserwartungen → steigende Zinserwartungen → fallender Bitcoin.
Diese Kette ist eng miteinander verknüpft.
Auf der anderen Seite passiert jedoch etwas Interessantes.
Der US-Spot-Bitcoin-ETF verzeichnet seit drei Wochen in Folge Nettozuflüsse von insgesamt 3,8 Milliarden US-Dollar. Am 3. September gab es an einem Tag Zuflüsse von 731 Millionen, der größte Wert seit Januar. BlackRock IBIT macht davon 67 % aus.
Long-Hebelpositionen werden liquidiert, während Institutionen heimlich nachkaufen. Im selben Markt machen zwei Gruppen völlig unterschiedliche Dinge.
Wichtige Preisniveaus: 76.000 und 82.000 – das ist deine Schlachtfeldkarte.
Unteres Ende – 76.000 US-Dollar. Glassnode-Daten zeigen, dass 75K eine starke Nachfragezone ist, 60-65K die nächste Verteidigungslinie. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei etwa 74.000.
Diese Zahlen sind nicht willkürlich gewählt. 75.000-76.000 wurde in den letzten zwei Monaten immer wieder getestet, und jedes Mal wurde hier gekauft. Wenn es diesmal auch gehalten wird, bedeutet das, dass Institutionen den Boden stützen. Wenn es fällt, liegt die nächste Liquiditätszone bei 72.000-74.000.
Oberes Ende – 82.000 US-Dollar. 83K-85K ist eine große Widerstandszone für Positionen. Diese Zone hat in letzter Zeit mehrfach als Wendepunkt für den Markt gedient. Ein Durchbruch öffnet die Tür für neue Höchststände.
Handlungsplan, nach Zeitachse aufgeschlüsselt:
Vor dem FOMC (jetzt bis 15. September): Hebel reduzieren, keine Richtungswetten.
Die 90%ige Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung ist bereits im Preis enthalten. Long oder Short zu gehen bedeutet jetzt, auf Waughs Wortwahl bei der Pressekonferenz zu spekulieren. Das ist kein Handel, das ist Glücksspiel.
Wenn du Positionen hast, reduziere den Hebel auf ein Niveau, bei dem du ruhig schlafen kannst. Wenn du keine Position hast, keine Eile. Die echten Chancen liegen nicht vor dem Meeting.
Am Tag des FOMC: Achte nicht darauf, ob erhöht wird, sondern darauf, was Waugh sagt.
Eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte ist so gut wie sicher. Es gibt nur zwei Szenarien, die den Markt wirklich erschüttern könnten:
Erstens, Waugh deutet an, dass es noch eine zweite Zinserhöhung in diesem Jahr geben wird. UBS prognostiziert je eine Erhöhung im September und Dezember. Wenn er sagt „Die Inflation birgt weiterhin Aufwärtsrisiken, weitere Straffungen sind nicht ausgeschlossen“ – wird Bitcoin wahrscheinlich 74K oder sogar tiefer testen.
Zweitens, Waugh signalisiert, dass nach dieser Zinserhöhung die Daten beobachtet werden. Der Markt würde das sofort als das Ende der schlechten Nachrichten interpretieren. Als Referenz: Nach dem CPI am 11. September stieg BTC von 76.000 schnell auf 78.600, eine Tagesrallye von 1,5 %.
Nach dem FOMC: Das Fenster für das Ende der schlechten Nachrichten könnte die beste Einstiegschance im September sein.
Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich. Wenn die Zinserhöhung kommt und die Wortwahl neutral ist, wird der seit drei Wochen unterdrückte Kaufdruck freigesetzt. Die 3,8 Milliarden US-Dollar im ETF warten noch draußen auf den richtigen Moment.
Du musst nicht vor dem FOMC kaufen, sondern nach dem FOMC die Richtung bestätigen und dann handeln.
Ein Risiko, das man ansprechen muss:
Wenn sich die Lage im Nahen Osten weiter verschärft und der Ölpreis dauerhaft über 100 US-Dollar bleibt, wird der Grund für Zinserhöhungen der Fed stärker. Die einjährige Inflationserwartung der Verbraucher ist von 4 % auf 4,6 % gestiegen, mehr als die Hälfte der Verbraucher erwartet weitere Zinserhöhungen.
Das ist kein einmaliges Rauschen, sondern struktureller Druck.
Also nicht voll investieren, keinen Hebel erhöhen und vor dem FOMC nicht auf eine Richtung wetten.
Die 90%ige Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung ist bereits im Preis enthalten. Die echten Chancen liegen nicht vor, sondern nach dem FOMC – wenn der Markt die Zinserhöhung verdaut hat und vielleicht feststellt, dass sie gar nicht so schlimm ist.
Ob 76K gehalten wird, ist dann die eigentliche Antwort.
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