Am 15. September findet im US-Senat eine Abstimmung statt.
Wenn sie besteht, hat die US-Kryptoindustrie endlich eine rechtliche Grundlage.
Wenn nicht, leben US-Krypto-Unternehmen weiterhin in der Angst, jederzeit verklagt zu werden.
Das Ironischste daran: Die größten Sorgen, dass sie nicht besteht, haben nicht die Kleinanleger – sondern Coinbase.
Schauen wir uns zuerst einige ernüchternde Zahlen an.
Der Prognosemarkt Polymarket schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass das Gesetz durchkommt, auf etwa 15 %.
Die Republikaner haben 53 Sitze, es werden 60 Stimmen benötigt. Mindestens 7 Demokraten oder unabhängige Senatoren müssen mitziehen. Und der Mitautor Thom Tillis sagt selbst: „Es sieht schlecht aus.“
Wo liegen die Differenzen? Die Republikaner haben eine 630-seitige überarbeitete Fassung vorgelegt, die angeblich 114 Änderungsanträge der Demokraten aufgenommen hat. Aber der Kernkonflikt bleibt ungelöst: Interessenkonflikte der Trump-Familie mit 1,4 Milliarden Dollar Krypto-Besitz, Regeln zu Erträgen von Stablecoins, Verantwortlichkeiten von DeFi-Entwicklern.
Kurz gesagt, es sind keine technischen Differenzen, sondern politische Machtspiele.
Wer lacht, wenn das Gesetz durchkommt?
Die Gewinner: Coinbase und andere Börsen erhalten einen klaren Registrierungsweg und müssen nicht mehr raten, ob die SEC sie morgen verklagt. Institutionelle Investoren bekommen Rechtssicherheit, BTC und ETH werden klar als digitale Waren eingestuft, die CFTC reguliert den Spotmarkt.
Die Verlierer: Einige DeFi-Protokolle stehen vor den Kosten der CFTC-Registrierung. Die Bankenbranche gerät unter Druck – wenn Stablecoins Erträge erlauben, wandern Einlagen ab, und die Zeiten, in denen Banken mit Zinsdifferenzen Geld verdienen, werden härter.
Wer leidet am meisten, wenn das Gesetz scheitert?
Erste Reihe: US-amerikanische Krypto-Unternehmen.
Das Modell „Durchsetzung ist Regulierung“ geht weiter. Die SEC kann jeden verklagen, den sie will – Coinbase, Ripple, Binance.US... Wer ist der Nächste? Niemand weiß es. Regulierung ohne Regeln ist schlimmer als strenge Regulierung.
Zweite Reihe: US-Kleinanleger.
Die EU-MiCA ist bereits in Kraft, Singapur, die VAE und Hongkong haben klare Rahmenbedingungen. US-Kleinanleger müssen mit den am wenigsten freundlichen konformen Produkten handeln und sehen zu, wie andere im Ausland Spot-ETFs und tokenisierte Aktien handeln. Du handelst Krypto in den USA, aber hast keinen vollständigen Markt.
Wer freut sich insgeheim?
Die EU, Singapur, die VAE.
Lummis selbst sagt: „US-Unternehmen geben den Markt an die EU-MiCA ab – die Verordnung tritt am 1. Juli 2026 in allen 27 Mitgliedstaaten in Kraft – sowie an Singapur, Hongkong und Abu Dhabi.“
Das ist keine Panikmache. Nach Inkrafttreten von MiCA fragen wöchentlich über 120 europäische Krypto-Gründer nach einer Umsiedlung in die VAE. Selbst Europäer fliehen, und die Amerikaner springen noch hinein?
Lummis’ Aussage muss man ernst nehmen.
Am 6. September warnte sie auf X direkt: „Wenn der Kongress diesmal scheitert, könnte das nächste echte Fenster für Marktstrukturgesetze erst 2030 kommen.“
Übersetzt: Wenn es diesmal nicht klappt, heißt es vier Jahre warten. Vier Jahre ohne neues Gesetz, die SEC verklagt weiter massenhaft, Krypto-Unternehmen gehen weiterhin in Scharen.
Jobs. Investitionen. Steuereinnahmen. Das sind keine abstrakten Konzepte, sondern echtes Geld, das aus den USA abfließt.
Was mich wirklich unruhig macht, ist, dass Coinbase bereits „absichert“.
Brian Armstrong treibt einerseits das Gesetz in Washington voran, andererseits tut er drei Dinge:
· Abu Dhabi: Erhält die Genehmigung zur Einrichtung eines internationalen Tokenisierungszentrums, gibt tokenisierte Aktien auf Basis des Base-Netzwerks heraus, 1:1 durch US-Aktien gedeckt, 24/7 Handel, Nutzer verwahren selbst
· Großbritannien: Erhält MiFID-Lizenz, bietet britischen Kunden fast 4000 US-Aktien zum Handel an, Krypto und Aktien in einer App
· Singapur: Team wächst von 150 auf 200 Mitarbeiter, festigt die Position als asiatisches Drehkreuz
Das ist die ehrlichste Aussage des Branchenführers.
Mund sagt „Das Gesetz wird durchkommen“, der Körper hat global schon Rückzugswege vorbereitet. Coinbase fehlt nicht das Versprechen aus Washington, sondern Rechtssicherheit. Und Rechtssicherheit kann nicht nur ein Ort der Welt bieten.
Armstrong sagte selbst etwas Nachdenkliches:
„Unabhängig davon, ob der CLARITY Act durchkommt, wird die US-Kryptoindustrie klarere bundesstaatliche Regulierungsregeln erhalten. SEC und CFTC haben bereits angekündigt, Regelsetzungsvorschläge vorzulegen.“
Übersetzt: Am besten, das Gesetz kommt durch, aber wenn nicht? Dann machen wir es selbst.
Zum Schluss ein Satz:
Lummis sagt, bei einem Scheitern heißt es warten bis 2030. Aber Coinbase hat in Abu Dhabi und Singapur bereits Rückzugswege vorbereitet – Branchenführer warten nie auf Washington.
Am 15. September werde ich genau hinschauen.
Nicht auf das Abstimmungsergebnis, sondern darauf, wer als Erster seinen Hauptsitz verlegt, nachdem das Ergebnis feststeht.
$BTC$ETH$TRUMP
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