Besent hat den Yen hochgepusht, konnte aber die US-Staatsanleihen nicht halten. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen stieg auf 4,85 % und erreichte damit ein Dreijahreshoch. BTC erholte sich um 45 %, doch die Liquidität auf der Chain konnte nicht mithalten. Binance-Stablecoins verzeichneten in diesem Jahr Abflüsse von 7 Milliarden US-Dollar.
Das ist kein Zufall. Es ist ein sich anbahnender makroökonomischer Ausverkauf.
1️⃣ Besent's Aktion diese Woche lässt sich mit einem Satz zusammenfassen: Er hat den Yen hochgepusht, konnte aber die US-Staatsanleihen nicht halten.
Zuerst drohte er den Tradern, die auf einen fallenden Yen setzen: „Ich bin jetzt der Marktführer, wer gegen mich wetten will, soll kommen.“ Der Yen stärkte sich daraufhin und erreichte 153,49, den stärksten Stand seit Februar.
Kurz darauf kündigte das Finanzministerium den Rückkauf von 6 Milliarden US-Dollar langfristiger US-Staatsanleihen an – das Dreifache der üblichen Größenordnung. Der Markt hatte ursprünglich mit 8 bis 10 Milliarden gerechnet.
Und das Ergebnis? Der Markt schlug zurück. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen fiel nicht, sondern stieg auf 4,85 % und erreichte damit den höchsten Stand seit Oktober 2023. Die 30-jährigen überschritten zeitweise 5,3 %.
Ein Stratege von BBH sagte die Wahrheit: „Das Finanzministerium bringt eine Erbse gegen einen Panzer ins Gefecht.“
Besent wollte sowohl den Yen als auch die US-Staatsanleihen gleichzeitig kontrollieren. Das Ergebnis: Er konnte keine der beiden Seiten halten.
2️⃣ Yen-Stärkung = Countdown für das Schließen von Carry-Trade-Positionen.
Die Yen-Stärkung ist kein isoliertes Ereignis. Sie ist der Zündfunke einer Zeitbombe.
Laut Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich sind grenzüberschreitende Yen-Kredite auf 360 Billionen Yen gestiegen, etwa 2,34 Billionen US-Dollar, die größte Carry-Trade-Welle seit fast 30 Jahren.
Was bedeutet 2,34 Billionen US-Dollar? Die Abwicklung im August 2024 ließ den Nikkei an einem Tag um 12,4 % fallen. Damals war der Pool viel kleiner als heute. Jetzt ist er fast doppelt so groß.
Wohin floss dieses Geld? In US-Aktien, US-Staatsanleihen und Schwellenmärkte. Wenn der Yen einen bestimmten Wert erreicht, werden die Positionen gezwungen, geschlossen zu werden – US-Aktien und US-Staatsanleihen werden verkauft, Yen zurückgezahlt. Alles wird in eine Richtung verkauft.
Rich Privorotsky von Goldman Sachs hat es schon durchschaut: „Was passiert, wenn Carry-Trade-Positionen im Yen geschlossen werden und Kapital nach Japan zurückfließt?“ Seine Einschätzung: „Der S&P und der Gesamtmarkt fühlen sich unerklärlich schwer an, ohne offensichtliche fundamentale Gründe.“
Diese unerklärliche Schwere ist das Gefährlichste.
3️⃣ Die On-Chain-Daten schlagen ebenfalls Alarm: BTC erholte sich um 45 %, aber der 90-Tage-CVD bleibt neutral, und Binance-Stablecoin-Reserven sind seit dem Höchststand um fast 7 Milliarden US-Dollar abgeflossen.
Daten des Kryptoanalysten Darkfost sind eindeutig: Bitcoin erholte sich um etwa 45 %, aber die Spot-Nachfrage ist schwach, der 90-Tage-CVD-Durchschnitt bleibt neutral. Im Futures-Bereich dominieren Käufer, aber der Anstieg wird nicht von Spot-Käufen getrieben.
Daten von CryptoQuant zeigen es noch deutlicher: Binance verzeichnete in diesem Jahr einen Nettoabfluss von Stablecoins in Höhe von etwa 7 Milliarden US-Dollar, was 70 % des Stablecoin-Angebots der Börse entspricht.
Übersetzt heißt das: Der Treibstoff für diese Rally ist Futures-Hebel, nicht Spot-Käufe. Stablecoins verlassen weiterhin die Börsen – kein neues Geld kommt rein, nur Hebelwirkung hält den Markt.
Glassnode warnt seit Januar vor „struktureller Fragilität“, ein kurzes Aufleben des CVD im Mai setzte sich nicht fort, 80.000 US-Dollar wurden wiederholt als wichtige Schwelle bestätigt, aber das eigentliche Signal ist, ob der Stablecoin-Zufluss den Abwärtstrend stoppen kann.
Wenn die Reserve-Lücke nicht geschlossen wird, bleibt ein Durchbruch über 80.000 US-Dollar nur eine weitere von Futures getriebene Impulswelle.
4️⃣ Die Warnung von Société Générale sollte man sich zu Herzen nehmen: Eine Rendite von 5,5 % bei 10-jährigen US-Staatsanleihen ist der kritische Punkt für die Bewertung des US-Aktienmarktes.
Alain Bokobza, Leiter der globalen Asset Allocation bei Société Générale, sagte klar: Wenn die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen 5,5 % erreicht, könnte das der Kipppunkt sein, an dem steigende Kreditkosten das Gewinnwachstum überwiegen und Druck auf die Aktienbewertungen ausüben.
Derzeit liegt sie bei 4,85 %. Es fehlen noch 65 Basispunkte bis 5,5 %.
Klingt nicht viel? Aber mit jedem weiteren Anstieg der US-Staatsanleihenrendite steigt der Bewertungsdruck auf Risikoanlagen.
Und diese 65 Basispunkte werden von hohen Ölpreisen, einem Höhepunkt bei Unternehmensanleihen-Emissionen und den Zinserwartungen der Fed gemeinsam vorangetrieben. Brent-Öl hat bereits die 100-Dollar-Marke überschritten, und der Markt preist eine 62%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Fed in der nächsten Woche ein.
Diese Linie von Société Générale ist keine Prognose, sondern ein Countdown.
5️⃣ Handlungsempfehlung: Setze nicht auf eine Richtung, sondern auf Volatilität.
Die aktuelle Lage: US-Staatsanleihen fallen, der Yen steigt, US-Aktien fallen, BTC schwankt um 78.000, und der Krypto-Angst-Gier-Index ist auf 69 gestiegen – im Bereich „Gier“.
Makro schreit, On-Chain warnt, aber die Marktstimmung bleibt gierig.
Das ist der gefährlichste Moment.
Drei Ankerpunkte für dich:
Erstens, Hebel abbauen. Bei von Futures getriebenen Märkten ist der Hebel dein Lebensnerv. Die 24-Stunden-Hebel-Liquidationen bei BTC haben bereits 152 Millionen US-Dollar erreicht, Long-Positionen machen 52 % aus. Die Liquidationen sind noch nicht vorbei.
Zweitens, achte auf 80.000 US-Dollar. Das ist die entscheidende Schwelle für die Rückkehr der BTC-Liquidität. Wenn sie gehalten wird, könnten Spot-Käufe folgen; wenn nicht, sind die Futures-Longs die nächsten, die liquidiert werden.
Drittens, beobachte die US-Staatsanleihenrendite. Ein Durchbruch der 10-jährigen über 5 % belastet Risikoanlagen stark. Bei Überschreiten von 5,5 % ist laut Société Générale der „Schwellenwert erreicht, ab dem Aktien unter Druck geraten“.
Verbessern sich beide Signale gleichzeitig, kann man aufstocken; verschlechtert sich eines, sollte man reduzieren.
An diesem Punkt ist es wichtiger, zu überleben als Geld zu verdienen.
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