Temasek betritt erstmals den südkoreanischen Markt: Warum setzt der "Langzeitkapital" von 404,5 Milliarden US-Dollar auf Speicherchips?
Am 12. August explodierte der südkoreanische Aktienmarkt förmlich.
Der KOSPI-Index stieg intraday um fast 5 %. Die Aktien von Samsung Electronics und SK Hynix legten jeweils um über 8 % zu.
Bis zum 13. August hatte sich der KOSPI seit dem Tiefstand am 30. Juli um mehr als 22 % erholt und war wieder in einen technischen Bullenmarkt eingetreten.
In nur 10 Tagen vom Abgrund zurück.
Auslöser dafür war nicht ein Geschäftsbericht, nicht die US-Notenbank, sondern der Name einer Institution –
Temasek.
Der staatliche Investmentfonds Singapurs, der rund 404,5 Milliarden US-Dollar verwaltet, plant seine erste direkte Investition in den südkoreanischen Aktienmarkt.
Ziel sind zwei Unternehmen: Samsung Electronics und SK Hynix.
Das ist kein kurzfristiges Spekulationsgeschäft.
Es ist das weltweit führende "Langzeitkapital", das sich vor Beginn der zweiten Halbzeit der KI-Hardware-Ära positioniert.
Schauen wir uns einige Zahlen an.
Im Juli dieses Jahres fiel der südkoreanische Aktienmarkt um 22 %, was die schlechteste Monatsperformance seit der globalen Finanzkrise darstellt. Hebelpositionen wurden zwangsliquidiert, Privatanleger verloren Hunderte von Milliarden US-Dollar.
Ausländische Investoren zogen in diesem Jahr netto über 100 Milliarden US-Dollar aus dem südkoreanischen Aktienmarkt ab.
Alle liefen weg.
Dann kam Temasek.
Und die Art und Weise, wie sie eingestiegen sind, ist äußerst ungewöhnlich –
sie investieren direkt durch interne Mitarbeiter, nicht über externe Vermögensverwalter.
Investmentbanker interpretieren dies so: Es zeigt Temaseks hohe Überzeugung von dieser Einschätzung.
In einfachen Worten: Es ist kein Ausprobieren, sondern ein All-in. Kein Outsourcing an Fondsmanager, die einfach ein paar Aktien kaufen, sondern eigene Leute, die persönlich stark investieren.
Warum ist Temasek so überzeugt?
Zwei Gründe.
Erstens: Sie schließen eine Lücke.
Temasek hat bereits lange im KI-Bereich investiert – Nvidia, TSMC, ASML, OpenAI, Anthropic.
Aber Speicherchips waren immer das fehlende Schlüsselstück in ihrem Halbleiter-Portfolio.
Samsung und SK Hynix sind dieses fehlende Puzzlestück.
Zweitens: Sie halten Speicherchips für stark unterbewertet.
Temaseks Einschätzung ist, dass im gesamten KI-Wertschöpfungskette-Segment die Speicher-Halbleiterbranche am stärksten unterbewertet ist.
Beachten Sie, dass die Aktienkurse von Samsung Electronics und SK Hynix seit ihrem Tiefstand im letzten Jahr bereits um über 880 % gestiegen sind.
Fast eine Verneunfachung, und Temasek sagt immer noch, sie seien unterbewertet.
Das ist, als ob auf einer Auktion ein Gegenstand von 1 Million auf 10 Millionen gestiegen ist und plötzlich jemand sagt: "Er kann noch weiter steigen, ich biete 20 Millionen."
Entweder bist du verrückt, oder du hast etwas gesehen, was andere nicht sehen.
Was sieht Temasek?
Die zeitliche Dimension.
Diese Institution erklärte auf einer Präsentation im Juli dieses Jahres klar: Bis 2031 soll der Anteil der KI-bezogenen Investitionen im Gesamtportfolio von derzeit 6 % auf bis zu 15 % steigen.
In fünf Jahren mehr als eine Verdopplung.
Das ist keine Quartalsallokation, das ist eine strategische Neuausrichtung.
Temasek definiert KI-Halbleiter als "ein langfristiges Wachstumsfeld, das die industrielle Struktur verändert, und nicht als kurzfristigen Hype".
Während andere wegen "überhitzter KI-Investitionen" panisch verkaufen, stockt Temasek gegen den Trend auf.
Ein weiteres Detail ist erschreckend.
Temasek verriet gegenüber Bloomberg: Bereits vor zwei Jahren hatte es erstmals in diese beiden Unternehmen investiert.
Vor zwei Jahren.
Damals war ChatGPT noch nicht populär, HBM wurde noch nicht diskutiert, und Speicherchips befanden sich am Zyklustief.
Sie waren schon drin.
Jetzt, wo der Markt in Panik ist, Hebelpositionen liquidiert werden und ausländische Investoren abziehen, läuft Temasek nicht weg, sondern erhöht seine Position.
Das ist kein Bottom-Fishing. Das ist das Einholen nach zwei Jahren Aufbau.
Letzte Frage:
Die Aktien von Samsung und SK Hynix sind fast neunmal gestiegen. Kommt Temasek jetzt nicht zu spät?
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von Samsung und SK Hynix liegt bei nur 4,2 bzw. 3,6, während der Philadelphia Semiconductor Index insgesamt über 21 liegt.
Der weltweite Durchschnitt der Chipaktien liegt bei 21, diese beiden Unternehmen unter 4.
Wer steht also auf dem Gipfel? Wer am Fuß des Berges?
Wenn ein Fonds mit 400 Milliarden US-Dollar beginnt, sich zu positionieren, dann nicht, um eine Erholung zu handeln, sondern um sich einen Platz zu sichern.
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